ROSTFREIER STAHL


Der Hauptgrund für die Auswahl von rostfreiem Stahl für eine bestimmte Anwendung ist die hervorragende Korrosions- und Oxidationsbeständigkeit, die zusammen mit anderen außergewöhnlichen Eigenschaften, wie z. B. die Eigenschaft, durch Kaltbearbeitung oder Wärmebehandlung sehr hohe Festigkeiten zu erzielen und der Fähigkeit, kryogenischen Temperaturen zu widerstehen, machen es zu einem sehr vielfältig einsetzbaren Werkstoff.

Es gibt rostfreie Stähle in den verschiedensten Mikrostrukturen, die durch die jeweilige Zusammensetzung kontrolliert werden. Und obwohl alle rostfreien Stähle Chrom enthalten müssen, um die komplexe Oxidoberfläche zu erhalten, die dem rostfreien Stahl die schützende Korrosionsbeständigkeit verleiht, haben andere Legierungselemente auch bedeutende Auswirkungen. Bei der Behandlung des Oberbegriffes „Rostfreie Stähle“ ist es deshalb praktisch, sie nach der jeweiligen Mikrostruktur zu kategorisieren.  Handelsübliche rostfreie Stähle fallen in die folgenden Kategorien:

Stainless Steels Summary Table


Werkstoff Lieferbare Güten Hauptmerkmale Vorteile Nachteile
Austenitischer Manganhartstahl 201  Nicht magnetisch*

Kohlenstoffarm

Hauptlegierungselement ist Chrom, normalerweise 16-20 %

Nickel normalerweise 7-13 %

Wird beim Kaltverfestigen deutlich härter

Gute Schweißbarkeit

Hohe Festigkeit und Dehnbarkeit

Kann nicht durch Wärmebehandlung gehärtet werden

Niedrige Beständigkeit gegen Spannungsrisskorrosion

Austenitische Stähle 301, 304L, 304, 305, 320, 321, 347,
Austenitischer Stahl mit Molybdän 316, 316L, 316Ti, 904L
Ferritische Stähle 409, 410S, 430, 430L, 430Ti (439), 441, 444 Magnetisch

Kohlenstoffarm

Hauptlegierungselement ist Chrom, normalerweise 10,5-17 %

 Gute Verformbarkeit

Geringe Kosten

Hohe Beständigkeit gegen Spannungsrisskorrosion

Mäßige Dehnbarkeit

Eingeschränkte Korrosionsbeständigkeit

Kann nicht durch Wärmebehandlung gehärtet werden

Martensitische Stähle 410, 420, 431 Kann magnetisch oder nicht-magnetisch sein

Kohlenstoffarm

Hauptlegierungselement ist Chrom, normalerweise 12 bis 15%, Molybdän (0,2-1 %)

 Gehärtet im Härtebad und angelassen, um zusätzliche Festigkeit und Dehnbarkeit zu erreichen Weniger korrosionsbeständig im Vergleich mit austenitischen und ferritischen Güten.

·Eingeschränkte Verformbarkeit und Schweißbarkeit

Ausscheidungshärtung 17/4PH, 17/7PH Enthält Aluminium oder Kupfer Hohe Kaltverfestigungsraten

Sehr hohe Festigkeiten

Bessere Korrosionsbeständigkeit als martensitische Stähle

Eingeschränkte Verfügbarkeit

Niedrigere Korrosionsbeständigkeit, Verformbarkeit und Schweißbarkeit im Vergleich zu austenitischen Stählen

Duplex 309, 310 Magnetisch

Kohlenstoffarm

Kombinierte austenitisch-ferritische Struktur

Chromgehalt bei ca. 21-26 %

Nickel normalerweise 3,5-6,5 %

Hervorragende Zugfestigkeit in geglühtem Zustand

Gute Korrosions- und Lochfraßkorrosionsbeständigkeit

Leichter

Niedrigere Kosten aufgrund eines niedrigeren Nickelgehalts

Kann nicht durch Wärmebehandlung gehärtet werden, weist jedoch durch Glühen einen höheren Festigkeitsgrad auf als austenitische Güten

Eingeschränkter Anwendungstemperaturbereich im Vergleich zu austenitischen Stählen

* Kaltbearbeitung von Güten mit weniger Legierung führen zu Strukturveränderungen, die wiederum zu erhöhten magnetisierenden Eigenschaften führen.

** Super-austenitische Stähle, Super-ferritische Stähle und Super-Duplex sind auf Anfrage erhältlich